Über uns

Der Soziologe Pierre Bourdieu war sich sicher, dass gute Arbeit nur im kollektiven „Wir“ eines Teams zu fruchtbaren Ergebnissen führt. Wir, das sind die Mitglieder des Teams Literaturwissenschaft der Romanistik am Campus Landau, begeisterte Leser und Leserinnen französischer Literatur und daher Menschen, die das große Glück haben, ihr Hobby zum Beruf machen zu dürfen. Viele der hier veröffentlichten Texte stammen von uns und unseren Studierenden. Außerdem laden wir auch Gastautoren und -autorinnen dazu ein, ihre Liebe zur französischen Literatur mit uns zu teilen.

Mit Unterstützung von

Équipe

Wer steckt hinter diesem Projekt?

Herr Gregor Schuhen, Professor für Romanistik / Literaturwissenschaft
Gregor Schuhen
Professor für Romanistik / Literaturwissenschaft

Meine Liebe zur französischen Literatur wurde bereits in der Schulzeit geweckt. In der Oberstufe mussten wir Madame Bovary von Gustave Flaubert lesen, der mich auch außerhalb des Klassenzimmers beschäftigte – das also sollten die ‚Sitten der Provinz‘ sein? Ich selbst stamme vom Land, kannte also Bauernhöfe, verschlafene Dörfer und triste Kleinstädte. Insgeheim sympathisierte ich mit der rebellierenden Hauptfigur – „Madame Bovary, c’est moi!“ Als mich mein Auslandssemester nach Paris brachte, war es endgültig um mich geschehen – ich las Balzac und Baudelaire, dann Hemingways Paris-Buch und flanierte durch die Straßen, die bereits Eugène de Rastignac erobert hatte und wohnte im Viertel von Vernon Subutex, den ich erst 20 Jahre später kennenlernen sollte. Im weiteren Studium war es dann Proust, der mein Herz eroberte. Ein Jahr lang folgte ich völlig gebannt seiner Suche nach der verlorenen Zeit, dem Glamour und den Abgründen der Belle Époque. Erst seit meinem Wechsel nach Landau habe ich die französische Gegenwartsliteratur für mich entdeckt, die ich sehr viel aufregender finde als vieles, was hierzulande erscheint.

Lea Sauer
Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Ich habe und brauche keine Hobbys. Wenn ich nicht lese oder schreibe, ist mir langweilig. Das war schon immer so. Ich war sieben oder acht, als ich meinen ersten längeren Text schrieb, ein Tier-Musical. Mein Verhältnis zu Literatur ist ein kitschiges, ich weiß. Aber vielleicht können sich weniger Kitsch auch nur diejenigen leisten, für die Lesen und Schreiben selbstverständlich ist. Für mich ist es nicht selbstverständlich. In der Literatur trenne ich nie zwischen Inhalt und Sprache, Plotgetriebenes interessiert mich weniger. Die französische Literatur schlich sich somit auch erst im Studium hinterrücks an mich heran: Als wir Roland Barthes lasen, war es, als wäre ich auf einem neuen Planeten gelandet. Es folgten Baudelaire und Aragon, Foucault, Marguerite Duras, Annie Ernaux und Patrick Modiano – sie alle verbinden Denken und Sprache auf für mich besondere Weise. In letzter Zeit kamen noch Sophie Calle und Hervé Guibert dazu. Ich bin gespannt, wen ich in Zukunft noch entdecken werde.

Lars Henk
Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Meine Begeisterung für die Literatur weckten, wie für eine Vielzahl der 90er-Kinder, in erster Linie Harry, Ron, Hermine und ihre magischen Mitstreiter*innen in Hogwarts („Hogwarts, Hogwarts, warzenschweiniges Hogwarts“). Die Lektüre von Jostein Gaarders Sofies Welt ließ mich die Philosophie entdecken. In meinem Französisch- und Philosophiestudium an der Universität Siegen beschäftigten mich vor allem der französische Romancier Émile Zola („Je n’ai eu qu’un amour dans la vie, la vérité, et qu’un but, faire le plus de vérité possible“), der französische Phänomenologe Emmanuel Levinas („Rencontrer un homme, c’est être tenu en éveil par une énigme“) und der französische Soziologe Pierre Bourdieu („Il est important, lorsqu’on est jeune philosophe, de savoir ce dont on se prive par sens de la hauteur philosophique“). Wenn ich mich nicht gerade in ein Werk von Bourdieu vertiefe oder eine Laufrunde durch das hügelige Siegerland drehe, schmettere ich Volleybälle in den Sand oder genieße einen Pfälzer Wein mit Blick auf den Wingert.